Neue Scheininhaber minus 25 Prozent
Nach dem Coronaboom ist die Ausstellung von Sportbootscheinen (Motor und Segel) um mehr als 25 Prozent zurückgegangen. Waren es 101.411 Scheine im Spitzenjahr 2011, gingen die Ausfertigungen 2023 auf 75.713 Scheine zurück. Fragt sich, was das für die Entwicklung des Breitensports bedeutet. Unterdessen diskutiert das Bundesverkehrsministerium gemeinsam mit den Wassersport-Verbänden, ob man auf den Bundeswasserstraßen in Berlin und Brandenburg weiterhin für reine Segelfahrzeuge an einer Scheinpflicht festhalten will. Das erklärte ein Sprecher des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) auf Anfrage von SEGELN. Auf den meisten anderen deutschen Gewässern kann man auch heute Segelboote mit einer Antriebsmaschine unter 15 PS ohne Führerschein fahren. Ob man Segelboote mit üblicher Antriebsmaschine insgesamt freigeben will, wurde noch nicht bekannt – es könnte aber ein konsequenter Schritt sein, wenn man bedenkt, dass die üblichen Geschwindigkeiten bei Marschfahrt einer Segelyacht zum Beispiel von führerscheinfreien Fahrrädern und E-Bikes bei weitem überschritten werden. Im Ministerium geht man die Sache anscheinend grundsätzlich an: „Das BMDV arbeitet aktuell unter Einbeziehung aller bundesweit agierenden Interessenverbände an einer Neuordnung der Vorschriften zur Sportschifffahrt. In diesem Prozess steht auch das Verfahren zur Erteilung der Sportbootführerscheine und eine mögliche Vergabe der Aufgabe auf dem Prüfstand“, so der Sprecher. Neben den Verbänden könnten damit künftig womöglich auch andere Stellen Führerscheine ausstellen. Und mancher Führerschein auch obsolet werden. Vielleicht ein Booster für die Branche?